von A.E. Karlsson

Wer und was sind Knytt?

Die Knytt sind Naturwesen mit dünnen Armen und Beinen im Verhältniss zum Körper. Sie haben kugelrunde Bäuche und einen kräftigen Körperbau. Auf ihren kleinen Köpfen haben die Knytt krauses wirres Haar. Sie sind sehr gesellig und einer guten Mahlzeit nie abgeneigt, weshalb sie fast immer einen Rucksack mit Proviant mit sich tragen. Fast nie verliert ihr Gesicht den stets freundlich lächelnden Ausdruck. Wie es diesen kleinen 30-35 cm grossen Wesen einst erging ist hier zu lesen.



 

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⇓ Originaltext ⇓

 

Es war einmal Mitte November so ein schrecklicher Sturm, dass niemand sich erinnern konnte jemals einen so heftigen Sturm erlebt zu haben. Der Regen prasselte so heftig, dass es zu überschwemmungen kam. Der Sturm riss Bäume um, als ob sie Zahnstocher wären und die Wellen auf den Seen überspülten einige Meter Land und rissen alles mit sich was ihnen im Wege war. Brücken brachen und vergessene Boote barsten. Dächer von Nebengebäude wurden abgedeckt. Bäume fielen auf Autos und Strassen. Ja, es gab grosse Schäden für die Menschen, aber noch schlimmer waren die Katastrophe und die Schäden für die Naturwesen.
 

Als der Sturm vorüber war und es wieder still wurde, zu still, unheimlich still, da kroch Piivi wieder unter dem Baum hervor, unter dem sie vor drei Tagen Zuflucht vor dem Sturm gesucht hatte. Sie blinzelte ein wenig, ehe sich ihre Augen an das pralle Sonnenlicht dieses schönen Novembertages gewöhnten, schliesslich hatte sie unter dem Baum im Dunkeln gelegen.
Sie war bei ihren Verwandten zu Besuch. Diese lebten ein bisschen tiefer im Wald, auf der anderen Seite des Baches, nicht allzu weit für einen Menschen, aber für einen Knytt ein langer und gefährlicher Weg. Ein Knytt kann nicht schwimmen, deshalb musste sie achtgeben wenn es galt einen Bach zu überqueren. Wenn dieser einen hohen Wasserstand hatte war das Risiko hinein zu stürzen zu gross und es bestand die Gefahr zu ertrinken . Piivi selbst lebte unter einer grossen, alten Erle, die wenige Meter vom See entfernt stand. Trotz des alljährlichen Frühlingshochwassers stieg das Wasser nie bis zu ihr und ihrer Erle. Nun ist Piivi auf dem Weg nachhause zu ihrer Familie. Sie war auch hungrig schliesslich hatte sie in ihrem Versteck nichts zu essen gehabt.
 

Mit knurrenden Magen begann Piivi Richtung See und ihrem Zuhause unter der Erle zu hüpfen. So schlammigen wie es hier war, musste der Regen in Strömen geflossen sein, er hinterliess tiefe Furchen im Boden. Es wäre gelogen zu behaupten, dass es schön sei allein unter einem Baum zu liegen. Piivi sehnte sich nach ihrer Familie denn es war das erste Mal, dass sie ganz allein geschlafen hatte. Knytt schlafen immer dicht gedrängt aneinander, alle zusammen, sicher, schön warm und bequem soll es.
 

Aber wo war die Erle? Hatte Piivi sich wegen des vielen Schlamms verlaufen, alles sah so anders aus wie vor vier Tagen, als sie das Hause verlassen hatte. Schlamm und tiefen Furchen überall, Bäume waren entwurzelt oder überhaupt nichtmehr da. Piivi lief durch strahlenden Sonnenschein. Es war so seltsam. Bis zu den Knien im Schlamm suchte sie nach ihrer Erle, die jedoch nirgends zu sehen war und dennoch spürte sie die Wärme und das Licht der Sonne. War dort nicht ihr Kletterberg? Wenn sie hinauf kletterte wüsste sie genau wo die Erle stehen würde. Als Piivi hinauf kam blickte sie in die Richtung, wo die Erle stand, aber es gab keine Erle mehr. Es gab nur eine Grube, dort wo die Erle einst stand. Piivi sah verzweifelt um sich, sie musste doch irgendwo existieren, eine so grosse Erle konnte doch nicht verschwinden. Weit draussen auf dem See sah Piivi mehrere Bäume. Darunter gab es auch einen grosser Baum, könnte es wirklich ihre Erle, ihr Zuhause sein? Aber wo war ihre Familie, sie müssen doch irgendwo Zuflucht gesucht haben, das müssen sie getan haben.
 

Weinend und mit einem Kloss im Hals vor Angst stürmte Piivi den Berg hinunter und lief zur Grube der Erle. Sie war voller Schlamm, Piivi weinte laut aus Angst und Sorge. Es durfte nicht wahr sein das ihre Familie von einem Sturm hinweggefegt wurde. Gerade als sie sich entschloss in den Schlamm hinunter zu klettern packte sie jemand am Arm und hielt sie zurück. Als sie sich umdrehte, sah sie, dass es der Trolling war, der in den Berg ein wenig über ihnen lebte. "Du kannst da nicht hinunter gehen Piivi, wenn du es dennoch tust wirst du in Schlamm und Wasser ertrinken." - "Ich muss sie finden, sie müssen hier sein." Piivi schrie und versuchte, ihn abschütteln.
Der Trolling nahm die protestierende Piivi in seine Arme, obwohl sie verzweifelt weinte und strampelte um sich zu lösen und in die Grube zu kommen, so trug es sie in sein Haus in den Bergen. Die anderen Trollinge hielten das Tor auf und dann setzten sie sich zusammen, um mit Piivi über deren Familie zu trauern. Sie sagten dass die Erle durch den Sturm umgeknickt sei und durch Regen und Sturm wurde sie auf das Wasser hinaus getrieben. Alle aus Piivis Familie sind auf die gleiche Weise wie die Erle verschwunden, es war nicht möglich sie zu retten, alles ging so schnell. Während des einen Augenblicks stand die Erle noch und in der nächsten Sekunde war sie verschwunden.
 

Piivi hat noch nie zuvor so geweint wie sie es jetzt tat, sie konnte nicht glauben, dass sie nun alleine übrig war. Warum war sie nicht bei den anderen, warum ist sie nur allein zurückgelassen worden, sie will nicht allein sein, sie mochte es nicht allein zu sein, was solle sie jetzt nur tun? Ein Knytt kann nicht alleine leben.
 


 

Dixie kämpfte verzweifelt damit, sich an der Wurzel festzuhalten, die er ergriffen hatte, er wollte nicht hinein gezogen werden in das wirbelnde Wasser , denn dann würd er untergehen und ertrinken, das wusste er nur zu gut. Wo waren alle anderen? Es war alles dunkel um ihn herum. Er fühlte wie das Wasser an ihm zog und zerrte und wie es ihn die ganze Zeit mitreissen wollte. Der Regen prasselte herab und der Wind heulte, so dass Diixe nicht einmal seine eigenen Schreie hören konnte. Er rief nach den anderen Mitgliedern seiner Familie und um Hilfe schrie er, aber niemand konnte ihn in diesem Unwetter hören. Er klammerte sich noch fester, er wollte seinen Halt nicht verlieren, er wollte es schaffen. Diixe weigerte sich aufzugeben.
 

Er dachte darüber nach was geschehen war.
Alles ging so schnell. Er wurde von einem seltsamen Geräusch geweckt und fühlte, wie sich alles unter ihm bewegte. Als er aus dem Bett steigen wollte waren schon einige andere der Knyttfamilie wachte und fragten sich, was mit ihrem Bett los war und was das für ein Geräusch war. Diixe war aus dem Bett gestiegen und als er seine Füsse hinaus stellte, fühlte es sich klebrig und nass an, er stand plötzlich bis zu den Knien im Wasser. Um nicht durch den unerwarteten Widerstand des Wassers zu fallen tastete er nach der Wand und griff in die Wurzel, an der er sich jetzt verzweifelt festhielt. Gerade als er die Wurzel zu fassen bekam, überspülte ihn ein Schwall Wasser und drückte ihn gegen die Wand. Kurz danach wurde alles durchgeschüttelt und sein Heimatbaum stürzte mit einem Krach um, so dass Regen und Sturm sich auf ihn stürzen konnten. Aber wo waren jetzt all die anderen?
 

Dixie klammerte sich an die Wurzel. Es begann nun hell zu werden und der Sturm schwächte ab und allmählich hörte es auch auf zu regnen. Es hellte mehr und mehr auf und Diixe konnte sich nun umschauen, er konnte kein Bett und keinen anderen Knytt sehen, nicht die geringste Spur von ihrem Zuhause konnte er sehen, alles war vom Wasser weggespült. Diixe fragte sich ob er nicht ins Wasser gehen solle um darin zu verschwinden. Seine ganze Familie war im Wasser verschwunden, er wollte mit ihr gehen. Er wollte nicht allein sein, hängend in einer Wurzel in Ihrem Zuhause, das nicht mehr länger ein Zuhause war.
 

Eine Entscheidung musste er nicht treffen denn plötzlich fühlte Dixie wie eine grosse Hand sich vorsichtig um seinen Körper schloss. Eine ruhige, freundliche Stimme sprach zu ihm: "Du kannst jetzt loslassen, ich halte dich fest; wenn du loslässt hebe ich dich hoch."
Diixe liess die Wurzel los und wurde vorsichtig aus dem Wasser und Schlamm gehoben. Er wurde gegen einen warmen Körper gedrückt, der ihn hielt und fort trug. Es war einer der grossen Trolle, die ein kleines Stück weiter in dem grossen Hügel wohnten, der ihn hochgehoben hatte. Der Troll trug ihn in den Hügel hinein und legte ihn vor ein wohlig warmes Feuer. Als er seine nassen Kleider ausgezogen und eine warme Decke, um sich gewickelt hatte, kam ein anderer Troll mit einem heissen Getränk und gab es ihm. Langsam kamen Wärme und Gefühl wieder in Diixe, er war so müde, dass er nicht einmal darüber nachdachte, was wohl passiert. Die Trolle sassen so nah an ihm, dass er ihre Wärme spürte und es war so schön sie zu spüren. Nach einiger Zeit fragte dann Diixe: "Gab es noch anderen, die gerettet wurden, noch jemand Anders, der überlebte?" „Das glauben wir nicht", sagte der Trolle. "Wir haben ausser dir niemand Anderen gefunden, aber es sind viele da draussen auf der Suche, um zu sehen was passiert ist. Es hat aufgehört zu stürmen und auch zu regnen. Die Sonne steht wieder am Himmel und jetzt können wir sehen, wie viel Schaden der Sturm angerichtet hat. "
 

Dixie merkte wie schläfrig er wurde, jetzt ist ihm wieder warm geworden, die Hände und Arme schmerzten, der ganze Körper fühle sich wie gequetscht. Er trank den Becher aus, dann schmiegte sich in die warmen bequemen Decke und schlief ein. Er wachte einige Zeit später, als die Trolle nach Hause kamen, die auf der Suche gewesen waren, wieder auf. Aber schau, was einer von ihnen in seinen Armen hielt, zwei Knytt. Der Troll setzte die beiden Knytt-Kinder ab. Diixe half ihnen mit ihren nassen Kleidern und lud sie ein unter seine Decke zu kommen und sich aufzuwärmen. Ihm war so warm, dass er von seiner Wärme etwas abgeben konnte. Die Kinder schmiegten sich an Diixe, zwei kleine Mädchen, die er vorher noch nie gesehen hatte.
"Ich fand sie auf einem Ast, als ich dem Bach flussabwärts folgte", sagte der Troll, der sie getragen hatte. "Sie erzählten mir, sie hätten zwei Tage dort gesessen, ihr Zuhause wurde weggespült und ihre Eltern sind im Wasser verschwunden, als sie versuchten die anderen Familienangehörigen zu retten. Es hatten mehrere Familien in der Umgebung gewohnten aber aller waren verschwunden, so sehr wir auch suchten, wir konnten niemanden finden.
Im übrigen sind es nicht nur Knytt-Familien, die wir vermissen, es sind die unterschiedlichsten Wesen die verschwunden sind. Ich hoffe viele von ihnen konnten sich nach oben in die Bergen retten, aber ich fürchte das Schlimmste. Wir müssen jetzt einfach abwarten und sehen. "
 

Diixe konnte all die schrecklichen Dinge nicht fassen, die seinen Wäldern geschehen waren, wie konnte so viele einfach verschwinden und nicht mehr existieren?
 

Die Trolle kamen mit warmem Essen, das sie schweigend assen. Es war schön, die Wärme der Zusammengehörigkeit zu fühlen und die Liebe zwischen denen, die noch geblieben waren. Als sie gegessen hatten, kuschelten Diixe und die Kinder sich fest zusammen, um eng aneinander einzuschlafen.
 


 

Piivi erwachte langsam und ihr wurde wieder bewusst, dass sie sich, in der liebevollen Umarmung eines Trolling, in den Schlaf geweint hatte. Sie lag immer noch in seinen Armen und fragte sich, warum sie hier war. Dann erinnerte sie sich an die schrecklichen Dinge, die geschehen war. Was sollte sie jetzt tun? Sie wusste sofort, dass sie nicht hier am See bleiben wollte, da gab es nichts mehr, um länger zu bleiben. Piivi überlegte, warum allein sie übrig geblieben war, aber sie fand keinen Erklärung dafür. Ja, was sollte sie tun? Sie könnte doch jetzt einfach wieder zu ihren Verwandten auf der anderen Seite des Baches gehen, aber sicherlich wäre es gefährlich den Bach zu überqueren, aber irgendwie wäre es sicherlich die beste Lösung für sie.
 

"Bist du jetzt aufgewacht mein kleiner Freund?“,fragte eine sanfte Stimme und eine warme Hand streichelte Piivis Wange, es war die Trolling-Mutter, die bemerkte, dass Piivi aufwachte. "Ich habe etwas zu Essen zubereitet, du musst doch jetzt hungrig sein, das wird man doch wenn man so viel geweint hat. Kommt alle, wir setzen uns an den Tisch und essen."
Als sich alle rund um den Tisch herum gesetzt hatten, fragten sie wo Piivi während des Sturms gewesen war und warum sie nicht zu Hause war. So erzählte Piivi ihre Geschichte. Sie sagte auch, dass sie nach dem Essen zu ihren Verwandten, weiter oben in den Wäldern auf der anderen Seite des Baches, gehen wolle.
„Dann werde ich mit dir dorthin gehen", sagte der Trolling-Vater, "nach solch einem Sturm in den Wäldern der Umgebung kann es schwierig sein vorwärts zu kommen. Es ist besser, wenn du etwas Hilfe von jemandem bekommst, der ein wenig grösser ist als du selbst."
Es fühlte sich gut an Gesellschaft zu haben dachte Piivi, so dass sie gerne den Vorschlag des Trolling-Vaters annahm.
 

Als sie fertig waren machten sie sich auf den Weg. Piivi schaute ein letztes Mal in Richtung der Grube, wo die Erle einst stand. Sie konnte nicht glauben, dass etwas so schrecklich, wirklich geschehen war. Dann machte sie einen tiefen Atemzug und ging, mit dem Trolling-Vater hinter sich, hinauf in den Wald.
 

Es gab eine Menge äste, Zweige und Zapfen, die während des Sturms herunter gebrochen waren. Viele Bäume waren auch umgestürzt. Unter ihnen krochen sie hindurch oder sie mussten sie umrunden, weshalb der Weg viel länger wurde, als es vorher gewesen war. Sie kamen zur Furt im Bach, aber es gab keine Furt mehr. Hier konnten sie nicht mehr über den Bach kommen. Er war schrecklich angeschwollen, so viel Wasser. Wie würden Piivi auf die andere Seite kommen. Piivi fühlte wie Angst sie ergriff, das Zuhause ihrer Verwandten lag ganz in der Nähe des Baches, was ist, wenn auch ihnen etwas geschehen war.
 

Als sie nun dort zusammen standen und nicht wussten wie es weiter gehen sollte, hörten sie ein knarrendes Geräusch, gefolgt von einem Knacken und dann sahen sie das eine grosse Fichte auf der anderen Seite sich in Richtung Bach neigte. Langsam fiel sie auf sie zu. Sie liefen so schnell sie konnten davon und krochen um Zuflucht zu suchen im letzen Moment unter einige Steine. Schon hörten sie das dumpfe Geräusch des Aufschlages und spürten das Beben der Erde, als der Baum auf den Boden fiel.
 

Als es wieder leise war krochen sie aus ihrem Versteck hervor. Die Fichte hatte sich wie eine Brücke über den Bach gelegt, so dass sie hinauf klettern konnten um so den Bach zu überqueren. Als sie herunter hüpften sahen sie warum der Baum sich geneigt hatte und umgestürzt war. Das Wasser hatte die Fichte unterhöhlt und alle Erde und Sand aus der Wurzel heraus gespült und weggeschwemmt so dass die Wurzel keinen Halt mehr fand.
 

Aber, das war doch genau die Fichte, unter der ihre Verwandten gewohnt hatten. Piivi entdeckte, wo der Eingang einmal gewesen ist. Sie gingen zusammen einmal um den Wurzelballen und schauten in die wassergefüllte Grube, die sich gebildet hatte. Da hörten sie wie jemand unten in der Grube verzweifelt weinte. Als sie hinunter schauten sahen sie, dass das kleinste Knytt-Kind der Familie in seinem Bettüberzug an dem Rest einer Wand hing. Sie mussten versuchen den armen Kleinen sofort zu rette bevor die Wand nachgab und es zu spät für ihn sein würde weil er dann hinab ins Wasser stürzte.
 

Aber sie konnten nichts machen, bis sich plötzlich jemand neben sie legte und ein langer Arm sich hinunter streckte und den kleinen Knytt aushakte und in Sicherheit hob. Es war ein Schwarzelbe, der zu ihrer Rettung kam. Er reichte den kleinen Knytt Piivi die ihn in die Arme nahm, so dass er sich sicher und geborgen bei Piivi fühlte. Waren sie wirklich die einzigen Knytt die noch lebten, hatten nur diese beiden den Sturm überlebt.
 

Der Schwarzelbe erzählte, dass er hier in der Nähe wohne und er berichtete von grossen Zerstörungen die entstanden weil die Wassermassen im Bach das gesamte Ufer ausgehöhlt haben und sie nicht viel tun konnten, um diejenigen, die am Wasser gelebt hatte zu retten. Es gab viele, die während des Sturms den Weg zurück zu Mutter gingen und noch mehr, die ihre Zuhause und damit auch ihre Vorräte verloren hatten. Jetzt war es zu spät neue Vorräte für den Winter zu sammeln, so versuchen sie auszuhelfen damit alle über den Winter kämmen.
 

Es begann schon zu dämmern und der Trolling-Vater sagte, dass er zu sich nachhause gehen wolle, wenn Piivi mitgehen möchte, das ginge in Ordnung. Aber das wollte Piivi nicht, sie wollte nicht zurück. Der Schwarzelb bot ihnen an mit zu ihm nachhause zu kommen, so dass sie einen Schlafplatz für die Nacht hätten.
 

Piivi nahm unter Tränen Abschied vom Trolling-Vater als ob er ihn sein ganzes Leben lang gekannt hätte, er fragte sich, ob er ihn oder einen seiner Familie je wieder sehen würde.
 


 

Diixi stand da und schaute in die Grube, wo einmal sein Zuhause war. Es war schwer zu glauben, dass dies tatsächlich einmal sein Zuhause war. Nun war es eine Schlammgrube und nichts deute darauf hin, dass hier vor einigen Tagen noch eine grosse Familie zusammen wohnte.
 

Diixi wendete sich von der Grube ab und schaute zum Wald und auf den Berg wo die Trolle wohnten. Was sollte er nun tun? Er hatte sich noch nie so müde gefühlt wie jetzt. Er sah die Knytt-Mädchen den Trollberg herunter kommen. Was sollen sie tun, sollten sie hier bleiben.
 

Nein, spürte Diixi, das will er nicht, er will fort von hier! Es gab hier keine Knytt mehr. Er wollte die Kinder mitnehmen und nach anderen Knytt-Familien suchen. Knytt brauchen einander, sie wollen immer zu mehreren zusammen sein. Er ging zu den Mädchen und ging in die Hocke vor ihnen. „Wenn wir unsere Rucksäcke geschnallt haben und Proviant eingepackt haben, gehen wir fort von hier und suchen nach einer Stelle wo andere Knytt leben.” Sagte Diixi. „Wir wollen an einer anderen Stelle ein neues Leben beginnen, zusammen mit anderen Knytt-Familien.“
Die Mädchen wollten mit und halfen einander ihre Rucksäcke zu packen. Während sie so zusammenarbeiteten lernten sie einander ein wenig besser zu kennen. Bixa war etwas älter als Ajji. Es waren Kusinen und sie lebten gemeinsam unter einer Espe, wo sie auch immer zusammen gespielt hatten. Ihre Mütter waren Geschwister und auch Bixa und Ajji fühlten sich wie Schwestern.
 

Zwei Tage später waren sie Reisefertig. Sie dankten den Trollen für alles was sie bekommen hatten. Alle wünschten ihnen eine gute Reise und das sie bald eine Knytt-Familie finden mögen, mit der sie dann zusammen wohnen.
 

Diixi ging voran, Bixa und Ajji folgten dicht hinterher. Diesen Morgen empfanden sie kühler als die vorherigen Tage, vielleicht war sogar Frost. Sie wanderten solange sie Tageslicht hatten und als es dämmerte trafen sie einige Waldgeister, bei denen sie schlafen konnten. Die Waldgeister sorgten für sie, so dass sie genügend zu Essen hatten für ihre Wanderung, von der niemand wusste wie lange sie dauern würde. Alle drei dankten vielmals und setzten ihren Weg fort.
 


 

Der Schwarzelbe wohnte in einer grossen Wohnung auf einem Hügel, ein kleines Stück vom Bach entfernt. Piivi, die es gewohnt war unter einem Baum zu wohnen, fand es riesig gross, aber sie spürte nicht die Nähe zu Mutter Erde, die sie gewohnt war. Die Familie des Schwarzelben war sehr freundlich und bot Piivi und dem Knyttchen Essen und Wärme direkt am offenen Kamin an. Sie sprachen über den Sturm und was er alles verursacht hatte und es zeigte sich, dass viele schwer betroffen waren.
 

Als Piivi eng zusammengedrückt mit den kleinen Knyttchen zwischen den Kissen im Bett der Elben lag überlegte sie, was sie am nächsten Tag machen sollten. Hier will sie nicht länger bleiben, sie will nach den Anderen suchen. Sie will zusammen mit anderen Knytt wohnen denn sie gehörte zu ihnen. Sie wollte für die kleinen Knytt sorgen, sie hatte doch sonst niemanden mehr, es waren nur noch diese beiden, die von ihrer Art waren. Morgen wollte Piivi das Bündel für die kleinen Knytt schnüren und einen Rucksack packen und um ein wenig Proviant bitten. Wenn alles fertig war, so wollten sie sich auf den Weg machen um zu sehen ob sie noch irgend eine andere Knytt-Familie finden, der sie sich anschliessen können.
Sie Fragte sich wie lange es sein könnte, bis es so weit ist.
 

Es dauerte drei Tagen bis Piivi alles ordnete für ihre Wanderung. Gern nahm sie auch etwas aus dem Vorrat der Schwarzelben mit. Das wenige was die Knytt von ihnen bekamen würden sie nicht einmal bemerken, dass es fehle, sagte der Schwarzelbe. Am vierten Tag sagte Piivi dem Schwarzelben Adjö und begann ihre Wanderung.
 

Das es gut war sich drei Tage Zeit genommen haben, um alles in Ordnen zu bringen, wurde Piivi bei ihrer Wanderung durch den Wald klar. Nun sah sie wie viel Wasser geflossen war und wie hoch es an dieser Stelle gestanden hatte. Das Wasser hatte aber bereits stark zu sinken begonnen, so dass es nicht mehr so schwer war voran zu kommen. Weil der Weg nicht mehr durch grosse Pfützen überschwemmt war brauchte sie keine lange Umwege zu machen.
 

Die erste Nacht schliefen das Knyttchen und sie eng aneinandergedrückt unter einem Baum. Als sie im Morgengrauen darunter hervor krochen stellten sie fest, dass es gefroren hatte. Es war so schön zu sehen welche Muster der Frost gebildet hat. Aber es war auch eine Erinnerung daran, dass sie kein Zuhause zum überwintern hatten.
 

Piivi setzte ihre Wanderung fort. Die Kälte hielt an und sie hatte einige Tage klares Wetter, wodurch Piivi früh aufbrechen und lange gehen konnte. Durch die Kälte gefroren auch die Pfützen zu Eis, was für Piivi den Weg verkürzte. Nun konnte sie über das Eis gehen statt die Pfützen zu umrunden. Die dritte Nacht schliefen sie bei Trollen, in deren Berghöhle. Dort konnten sie auch ihre Vorräte auffüllen.
Die Trolle versuchten Piivi zu überreden bei ihnen zu überwintern aber da war etwas was Piivi antrieb, so dass sie nicht bleiben konnten sondern ihre Wanderung fortsetzte.
 

An jedem Ort wo sie ankam, sah sie die Zerstörung nach dem Sturm, umgestürzte Bäume, äste und Zweige waren überall. Der Bach, der eigentlich schmal war, war nun breit. Piivi wunderte sich wie viele sich nicht retten konnten. Aber sie schlug sich den Gedanken wieder aus dem Kopf. Sie und das Knyttchen hatten sich retten können und wollten weiter leben.
 

Sie machten eine Essenspause auf einem schönen moosigen Stein und Piivi hörte aus einem Baumstumpf in der Nähe weinen. Wer könnte das sein, der so traurig war, und warum war jemand unter einem Baumstumpf und weinte? Sie nahm den Proviant und das Knyttchen und versteckte sie am Baumstumpf. Nun kroch sie vorsichtig unter den Stumpf und folgte dem Weinen. Sie sah zwei Bündel die dicht nebeneinander lagen, von dort kam das Weinen. Piivi kroch vorsichtig näher und da entdeckte sie zwei Knytt-Kinder, die direkt vor ihr lagen. Als die Kinder merkten, dass sie nichtmehr alleine waren, wurden sie zuerst sehr ängstlich, aber dann sahen sie, das es ein Knytt war, genau wie sie selbst. Als Piivi begann Knytt-Lieder zu summen und zu brummen da krochen sie auf ihren Schoss. Es war so schön die Nähe von mehreren Knytt zu spüren. Als die Knytt-Kinder sich beruhigt hatten, da holte Piivi die kleinen Knytt und den Proviant und bot den Knytt-Kindern zu Essen an.
Als sie gegessen hatten schmiegten sie sich an Piivi und schliefen völlig ermattet aber gesättigt und in Sicherheit ein. Piivi war klar, dass sie heute nicht mehr weiter gehen konnten. Sie war neugierig auf die Geschichte der Kinder aber die war sicher genauso wie ihre eigene. Diese würde sie Morgen sicher hören. So machte sie es wie die Kinder, sie krochen zusammen und umarmte sie. Dann schlief sie ein.
 


 

Es war schon seit einigen Tagen kalt, Frost und Eis zeigten das der Winter herein brach und sie brauchten einen eigenen Baum um darunter zu wohnen. Aber warum fanden sie keine andere Knytt-Familie. Es konnten doch nicht alle Knytt durch den Sturm verschwunden sein. Sie fühlten sich sehr einsam, nur drei Knytt auf der Welt.
 

Sie standen an einem moosbewachsenen Baumstumpf und packten den Proviant aus. Genau in dem Moment, als sie zu essen begannen kommt ein Trolling zu ihnen.
„Ah, sehr gut, dass ich euch treffe. Endlich einige Knytt. Wir haben da ein Problem zuhause. Seit so lieb und beeilt euch mit zu mir nachhause zu kommen, wir wohnen gleich in der Nähe. Der Trolling nahm ganz einfach ihre Rucksäcke und lief schnurstrak zu einem moosigen Hügel. Die drei Knytt hatten nicht einmal Zeit den Proviant zurück in die Rucksäcke zu legen, so liefen sie mit dem Essen in der Hand hinterher.
 

Als sie zu dem Hügel kamen öffnete der Trolling die Tür und bat sie herein zu kommen. Er legte die Rucksäcke auf den Tisch und ging zu einem Bett, dass an der Wand stand. Dort sass eine besorgt aussehende Trolling-Frau. Die drei legten ihr Essen (das sie immer noch in der Hand hielten) auf den Tisch und folgten dem Trolling zum Bett an dem die Trolling-Frau sass. Als sie näher kamen sahen Sie, dass ein Knytt-Kind im Bett lag, das sehr klein und schwach aussah.
„Ist er krank oder in irgendeiner Art verletzt?“, fragte Diixe die Trollinge.
„Ja, auf gewisse Art schon. Er will nichtmehr länger leben. Egal was wir tun, er will nichtmehr länger in diesem Leben bleiben. Wir retteten ihn und seinen kleinen Bruder, es waren die einzigen denen wir helfen konnten als ihr Zuhause im Sturm verschwand. Aber vor einigen Tagen ging der Kleine zurück zur Mutter Erde und jetzt haben wir Angst, dass dieser Junge hier den gleichen Weg gehen will.
 

Die beiden Knytt-Mädchen krochen aufs Bett, schlüpften zu dem Jungen und jede legte sich auf einer Seite zu ihm. Sie hielten ihn und Summten und sangen Knytt-Lieder für ihn. Diixe kroch auch ins Bett zu den Kindern um sich zu ihnen zu legen. Sie umarmte sie alle zusammen. Es dauerte gar nicht so lange ehe die Kinder eingeschlafen waren. Arme Kinder dachte Diixe, das wird eine harte und schwierige Wanderung für euch werden. Es sollte eigentlich so sein, dass ihr in dieser Jahreszeit spielt. Eigentlich so, dass wir Knytt alle zusammen sitzen, sich um den brennenden Kamin versammeln und gut essen, Geschichten erzählen und die Tänze für das Mittwinterfest einüben. Vielleicht sollten wir hier für eine Weile bleiben, zumindest sollten wir hier bleiben, solange der kleine Junge uns braucht. Wir sollten tun, was wir können, damit er leben will, mit uns zusammen.
 

Am späten Nachmittag, in der Dämmerung, wachten die Kinder wieder auf. Jetzt waren sie hungrig. Sie sahen das Diixe zusammen mit den Trollingen am Kamin sass. Es roch gut, nach warmem Essen und warmen Getränken und weil sie so hungrig waren knurrte der Magen ordentlich. So wie es nur Kinder können zogen sie ganz einfach den Jungen mit aus dem Bett und sagten das sie zu Diixe gehen, so bekommen wir zu Essen, komm mit. Der Knytt-Junge folgte ganz einfach den Mädchen zu Diixe. Alle drei krochen auf Diixes Schoss und kauerten sich zusammen. „Wir sind hungrig“ flüsterten die Mädchen. Das hörte die Trolling-Mutter und ging für jedes der Knytt-Kinder eine Schale Essen holen. Die Trolling-Kinder holten warme Getränke, um sie ihnen zu geben. Oh, wie schön es war hier, zusammengekauert mit Diixe vor dem schönen und warmen Kamin zu sitzen und zu essen. Drei auf dem Schoss, das war eng, aber Diixe hielt sie so fest, dass keiner herunterfallen konnte. Die Trollinge erzählten einige Märchen. Es war so schön warm und satt zu sein und die Nähe und Wärme von Diixe zu spüren und dort einzuschlafen wo sie sassen. Sie wachten nicht einmal auf als die Erwachsenen sie zurück ins Bett trugen.
Wie schön es war mit mehreren dicht zusammen in einem Bett zu liegen dachte Diixe, es war genau so wie es sein sollte wenn man schlief.
 

Als sie am nächsten Morgen aufwachten war die Trolling-Mutter schon dabei den Kamin anzufeuern und hatte bereits etwas warmes zu trinken für alle. Auch der Knytt-Junge stand mit den Mädchen auf und setzte sich an den Tisch. Er trank und ass wie die Anderen, aber er sah müde aus.
 

Als die Anderen vom Tisch liefen nahm Diixe den Jungen in die Arme.
 

„Ich bin Diixe und ich habe meine ganze Familie im Sturm verloren“, erzählte er, „es gibt nur noch mich. Zum Glück sind auch zwei Knytt-Mädchen einer anderen Familie gerettet worden und wir drei haben uns zu einer neuen Knytt-Familie zusammengerauft. Wir suchen nun nach mehr Knytt mit denen wir zusammen wohnen können und eine grosse Familie werden. Wir wären glücklich wenn du dazu gehören möchtest, denn dann wären wir mehr in unserer neuen Familie. Der Junge nickte nur und hielt Diixe ganz fest, genau so als ob er ihn nie wieder loslassen wolle. Sie sassen lange zusammen und hielten einander fest bis alle Kinder kamen. Dann wechselten sie den Platz und setzten sich vor den Kamin. Dort boten die Trollinge ihnen zu Essen an. Dann begannen sie zu erzählten, stellten sich Rätsel und spielten Spiele miteinander. Der Abend endete mit Märchenerzählungen.
 

Beim Frühstück am nächsten Morgen fragten die Mädchen wie der Junge hiess. Sie hatten sich schon miteinander darüber unterhalten, aber jetzt waren sie neugierig auf dessen Name.
„Ninoo“, antwortete der Junge und lächelte sie an. Seine Augen leuchteten dabei ein wenig und sein Lächeln wurde noch etwas breiter.
„Diixe“, sagte er und deute auf Diixe.
„Bixa“, sagte er und deute auf Bixa.
„Ajji“, sagte er und deute auf Ajji.
„Ninoo“, sagte er und deutete auf sich selber.
So deutete er der Reihe nach auf jeden – „Meine Familie!“ und er grinste dabei, so wie es nur ein Knytt kann. Es war ein Grinsen, das ansteckend war für alle anderen Knytt-Kinder. Ein Grinsen, das in ein heilloses Lachen über ging, so heillos, dass sie sich in einem heillosen Gelächter auf dem Boden wälzten, ein einziges lachendes Bündel. Diixe konnte nicht mehr an sich halten vor Lachen und lachte mit. Auch alle Trollinge wurden angesteckt, so dass alle grinsten und anfingen hoffnungslos zu lachten. Es endete damit, dass alle wegen der neuen Knytt-Familie einen Freudentanz aufführten.
 


 

Am Nächsten Morgen, als sie aufwachten, fanden sie es richtig schön, dass mehrere zusammen aufwachten, es fühlte sich wieder an wie eine kleine Familie. Sie krochen hinaus ins Licht des Morgengrauens und schauten einander neugierig an. Sie sind sich bisher nur in der Dunkelheit unter dem Baumstumpf begegnet.
„Piivi heisse ich und das hier ist das Knyttchen. Er hat noch keinen Namen bekommen.“ Sagte Piivi.
„Zussa“, sagt das ein wenig schüchterne Knytt-Mädchen mit buschigen, lockigen und schwarzen Haaren und schaut neugierig mit ihren grossen schwarzen Augen auf Piivi und das Knyttchen.
„Aare ist mein Name und ich bin der grosse Bruder von Zussa“ sagt schüchtern der Knytt-Junge der gerade aufwachte. Er sah aber genauso neugierig aus wie seine Schwester. Man konnte ahnten das es Geschwister waren. Die gleichen grossen glänzenden Augen wie seine Schwester hatte er und auch das wunderbar buschige, lockige und schwarze Haar.
 

Piivi nahm den Proviant heraus und so konnten sie zusammen frühstücken. Während sie assen erzählten sie einander ihre Geschichte. Zussa und Aare waren Geschwister deren Zuhause bei der überschwemmung verloren ging. Als die Familie versuchte sich zu retten schoben sie Zussa und Aare ans Ufer hoch. Aber als die anderen hoch wollte kam eine grosse Welle und riss die anderen Familienmitglieder mit sich. Das passierte so schnell, und plötzlich waren alle weg. Da standen die Geschwister nun alleine und wussten nicht was sie jetzt tun und lassen sollten. Sie irrten in der Gegend herum und fanden nicht sehr viel zu Essen. Die meiste Zeit hatten sie einfach Angst und versteckten sich unter Bäumen und Baumstümpfen und haben sich nach ihrer Familie gesehnt.
„Wisst ihr was!“, sagte Piivi. “Nun sind wir zusammen eine Familie. Unsere alte Familie haben wir nichtmehr, so bilden wir eine neue Familie und wir wollen versuch das wir es richtig gut mit einender haben. Als erstes müssen wir einen guten Namen für das Knyttchen finden, aber das können wir während unserer Wanderung tun. Kommt, wir gehen weiter, nur so können wir einen guten Platz finden an dem wir schliesslich wohnen.“ Piivi fühlte in sich, dass sie genau das meinte, was sie auch sagte. Nun galt es ein richtig gutes neues Zuhause zu finden um darin zu wohnen.
„Das soll weit ab vom See liegen“, sagte Piivi.
„Das soll weit ab vom Bach liegen“, sagte Zussa.
„Absolut kein Wasser in der Nähe“, sagte Aare und da schauten sie einander an und lachten. Es war das erste Lachen das sie lachten seit dem elendigen Sturme und es fühlte sich so schön an endlich wieder miteinander zu lachen.
„Nein unser neues Zuhause soll nicht in der Nähe irgendeines Gewässers liegen.“
 

Nun fühlte alles sich leichter an als zuvor. Piivi hob das Knyttchen auf ihren Rücken und nahm den Reiseproviant und so begann eine neue kleine Knytt-Familie ihre gemeinsame Reise.
 


 

Diixis Familie blieb einige Tage bei der Trolling-Familie und mit jedem Tag wurde der Knytt-Junge kräftiger und nicht zu vergessen zufriedener. Er wurde wieder ein zügelloses Knytt-Kind, genau so, wie Knytt-Kinder sein sollten. Gemeinsam konnten sie ihre Trauer ausweinen über die Familienmitglieder die ihnen genommen wurden und die sie jetzt nicht mehr hatten. Während der langen Abende am Kamin erzählten sie sich gegenseitig ihre Geschichte. Sie lachten zusammen wenn sie spielten und ausgelassen in den Wälder rund um den Trolling-Hügel herumtobten. Sie alle zusammen wurden eine Familie, wenn auch nur eine kleine.
 

Eines Abends sagte Diixe dass es an der Zeit sei morgen weiter zu wandern. Sie wollen sehen, ob sie nicht weitere Knytt fänden um mit ihnen zusammen zu leben. Am nächsten Morgen nahmen alle, tränenreich Abschied von einander, und sie hofften, dass sie sich irgendwann noch einmal sehen.
 

So waren sie wieder auf ihrer Wanderung, nun mit einer etwas grösseren Familie als vorher.
 


 

Die Nacht darauf schliefen sie bei einer Trolling-Familie Die Trollinge füllten ihren Reiseproviant auf bevor sie am nächsten Morgen ihre Wanderung fortsetzten. Jetzt fühlte es sich gut an zu wandern, obwohl es kalt war und Schnee in der Luft lag. Es war jeden Tag zu merken, dass die Tage nun kürzer wurden und weniger Zeit für die Wanderung blieb. Irgendwann wollten sie mehr Knytt finden, ganze Knytt-Familien, mit denen sie zusammen leben konnten, oder zumindest in deren Nähe. Knytt wollen mit mehreren zusammen sein.
 

Piivi dachte daran, dass es bald Mittwinter sein müsste. Den hatte sie immer zusammen mit ihrer Familie gefeiert. Sie hatten sehr viel gegessen und zusammen getanzt, zum Besten von Mutter Erde und zu Ehren der Göttin. Sie hatten immer viele Lichter angezündet, sich um den Kamin versammelt um sich zu wärmen und für alle erzählte der Geschichtenerzähler Märchen. Märchen zu erzählen, das war Sache der Knytt. Alle Naturwesen versammelten sich zu Mittwinter, tanzten zusammen und assen zusammen um danach dem Geschichten-Knytt zu lauschen, wenn er Märchen und Legenden für alle erzählte. So hatten sie darauf hingewiesen, dass eine neue Zeit begonnen hatte, das Licht langsam wieder zurückkehrte und das neue Leben mit dem Licht.
 

Nun, als Piivi an den Mittwinter dachte, da wusste sie auch wie das kleine Knyttchen heissen sollte. Mivi sollte er heissen. Es sollte an diesen Mittwinter und ihre Wanderung durch die dunkelste Jahreszeit und den Beginn einer neuen Zeit erinnern. Zussa und Aare meinten das es ein guter Namen sei und so hatte das Knyttchen einen Namen: Mivi.
 


Als sie unter einem Baum übernachteten erzählte Piivi ihnen wie sie früher Mittwinter gefeiert hatten. Die beiden Geschwister erinnerten sich auch daran, dass Sagen und Märchen erzählt wurden, dass alle miteinander tanzten und nicht zu vergessen wie viel es zu essen gab. Es konnte nicht mehr lange dauern bis zum Mittwintersonnenstand, dem Tag den alle Naturwesen miteinander feiern, an dem das Sonnenlicht zurückkehrt und die Dunkelheit beginnt zurückzuweichen. Dicht aneinander schliefen sie ein und fragten sich wie sie wohl diesmal Mittwinter feiern sollten.


Am nächsten Morgen wanderten sie weiter. Es war kalt geworden. Schon seit längerem gab es Frost aber es hatte noch nicht geschneit, was gut für die Knytt war, denn im Schnee wäre es schwerer voran zu kommen auf ihrer Wanderung. Sie rasteten mittags und setzten dann ihre Wanderung fort. Der Pfad führte an einer Schlucht vorbei und sie hielten sich soweit von dem steilen Abhang zurück wie es nur ging. Piivi glaubte ein Wimmern von unten aus der Schlucht zu gehört zu haben. Da war es noch einmal. War dort unten ein verletztes Tier? Jetzt hörten auch die Kinder, dass unten aus der Schlucht ein Wimmern kam. Sie nahm den Rucksack ab und lagerte den kleinen Knytt Mivi so, dass ihm nichts passieren könne. Dann kroch und robbte sie an die Kannte der Schlucht um hinunter zu sehen. Oh, war das steil. Wer war das der da so wimmerte?
„Da“, sagte Aare, „das ist kein Tier, das ist ein Knytt!“
„Wo siehst du den Knytt?“, fragte Zussa. „Ich kann niemanden sehen!“
„Da auf dem Absatz“, zeigte Aare und jetzt sahen alle den kleinen Knytt. Wie ist er dort hinunter gekommen, sag bloss nicht, dass er den steilen Abhang hinunter gestürzt ist.
Es war weit hinunter, aber wie sollte das gehen, dass sie ihm wieder hinauf helfen.


”Wer ist es um den du trauerst? Ist es jemand von euch, der in die Schlucht gestürzt ist?“ fragte Diixi. Sie waren gerade an der Schlucht angekommen als sie hörten, dass von unten her jemand wimmert. Im gleichen Augenblick konnte man sehen, dass mehrere Knytt auf dem Bauch lagen und in den Abgrund hinunter schauten. Piivi, Zussa und Aare hoben ihren Blick und schauten sich um. Sie waren beides, verwundert und glücklich. Sie waren erleichtert so viele Knytt zu sehen. Vielleicht könnten sie zusammen eine Lösung finden um den Knytt auf dem Absatz zu retten.
„Das ist ein Knytt der dort unten sitzt, wir hörten ihn als wir hier vorbei gingen.“
„Zeig mir wo er ist“, sagte Diixe, legte sich auf den Bauch und robbte nach vorne an die Kante der Schlucht. Er legte sich neben Piivi, die berichtete wo der Knytt sass. Bixa, Ajji und Ninoo legten sich auch neben sie und schauten hinab in die Schlucht. Alle sahen wo der Knytt sass.
„Wie wollen wir ihn retten?“, sagte Piivi und schaute Diixe an.


Alle robbten und krochen zurück, so dass sie sich hinsetzen konnten ohne das Risiko einzugehen die Balance zu verlieren und ebenfalls in die Schlucht zu stürzen.
„Ich habe ein langes Seil in meinem Rucksack“, sagte Diixe, “ ich kann es um meinen Bauch knoten und ihr könnt mir helfen mich zu dem Knytt herunter zu lassen. Wenn ich ihn dann zu greifen bekomme, so könnt ihr helfen uns hochzuziehen.“
Eine andere Lösung gab es nicht. Diixe nahm das Seil heraus, knotete das eine Ende um seinen Bauch und das andere Ende um einen Baum. Er sagte, dass sie ihn gleichmässiger abseilen könnte, wenn sie das Seil um einen Baum führten. Sie sollten nur langsam nachgeben und es beim Hinaufziehen genauso machen.
„Ninoo, du legst dich an den Abhang um alles zu beobachtest und wenn ich mit euch reden muss, so reden wir miteinander. Verstehen das alle?“
Alle verstanden, welche Aufgabe jeder hatte. Ninoo legte sich an die Kannte und Diixe begann hinab zu klettern. Die anderen liessen vorsichtig das Seil nachlaufen, so dass es nicht an Diixe zerrte und er zu Schaden kam.


Langsam aber sicher näherte sich Diixe dem Knytt auf dem Absatz. Als er näher kam sah er das es ein kleiner Junge war der dort sass. Er hob ihn hoch in seine Arme und sagte ihm er solle sich so fest halten wie er nur kann, so wollen sie jetzt hoch klettern zu den Anderen. Der kleine Junge klammerte sich so fest er konnte an seinen Retter und Diixe konnte zu Ninoo signalisieren, das Zeichen für die anderen zu geben, dass sie jetzt damit beginnen sollte ihn und den kleinen Knytt hoch zu ziehen. Piivi und die Kinder zogen so fest sie konnten, langsam aber sicher. Das war anstrengend und schwer aber keiner liess nach, alle zogen mit voller Kraft.
Gemeinsam würden sie sie aus der Schlucht ziehen können.
„Binde das Seil an einem Baum fest und helft mit“, rief Ninoo. Genau so wie er sagte machten sie es auch. Nachdem das Seil festgebunden war robbten sie an die Kante vor und genau hinter der Kante sahen sie Diixes Kopf. Gemeinsam zogen sie ihn über die Kante und so war er, zusammen mit einem kleinen Knytt der sich in Diixes Armen festklammerte, wieder in Sicherheit.
„Wir gehen sofort weg hier“, sagte Piivi, „so dass wir an einen sicheren Ort gelangen, an dem wir uns erholen und ein wenig von unseren Vorräten essen können.“
Keiner protestierte. Alle sammelten ihre Sachen zusammen. Piivi hob Miivi auf den Rücken und machte das Seil vom Baum los um es mitnehmen zu können. Es könnte gut sein es ein anderes Mal dabei zu haben.
 


 

Sie gingen weiterhin längs der Schlucht, dann begann wieder Wald. Sie gingen ein gutes Stück in den Schutz des Waldes hinein ehe sie sich dicht aneinander unter eine Fichte setzten. Keiner sagte etwas. Sie packten nur ihren Reiseproviant aus und assen schweigend. Als sie mit dem Essen fertig waren schauten sie einander an, es war so schön wieder so viele Knytt zu sehen.
„Piivi“, sagte Piivi und zeigte auf sich selber. Sie schaute zu Zussa, die neben ihr sass. Zussa setzte die Vorstellung fort. Alle verstanden und sie nannten sich gegenseitig ihre Namen. Als alle damit fertig waren, so fehlte nur noch der kleine Knytt, der sich weiterhin in den Armen von Diixe festklammerte.
„Warst du allein?“ sagte Diixe zu dem kleinen Knytt. Stell dir vor sie hätten es so eilig gehabt die Schlucht hinter sich zu lassen, das sie ihn vergessen hätten. Als Antwort nickte der Knytt.
„Ist deine Familie hier in der Nähe?“ fragte Piivi.
„Nein, nur noch Reme, alle Anderen sind weg“, sagte der Knytt und begann zu weinen.
„Dann kannst du mit uns kommen“, sagte Piivi, „auch wir sind nur noch allein, du kannst deinen Platz bei uns finden.“
 

Als es zu dämmern begann nahm jeder sein Bündel auf und sie suchten nach einem Baum der geeignet war um die Nacht dort zu verbringen. Sie fanden eine grosse Fichte unter die sie kriechen konnten. Jetzt fühlten sie sich richtig gut, eng aneinander und jetzt waren sie viele Knytt. Sie sassen zusammen und erzählten sich ihre Geschichten.
 

Remes Familie war auch im Sturm verschwunden. Er hatte hier und dort, bei den verschiedensten Naturwesen gelebt aber er kam nicht zur Ruhe. Er wollte weiter, bis er andere Knytt fände um mit ihnen zusammen zu leben. An der Schlucht war er so müde, das er stolperte, stürzte und über die Kante hinunter rutschte. Aber er wurde durch den Absatz aufgehalten. Dort hat er, allein und voller Angst, eine Nacht gesessen, ehe er zum Glück entdeckt und von dort gerettet wurde.
 

Das Kind schlief hin und wieder ein. Eng und sicher angeschmiegt schniefte es beim Schlafen. Piivi und Diixe sassen beieinander und genossen es mit einem erwachsenen Knytt zusammen zu sein. Es war so lange her das sie jemanden trafen, mit dem sie auf gleichem Niveau ihre Gedanken austauschen konnten. Sie redeten, kicherten und weinten miteinander. Zum Schluss schliefen sie ein, eng zusammen mit sieben Knytt-Kindern.
 


 

Nun waren sie schon einige Tage zusammen gewandert. Hier war der Wald sehr schön und absolut kein See war zu sehen. Sie trafen hin und wieder andere Naturwesen, aber sie trafen keine weiteren Knytt-Familien. Eines Abends, die Kinder waren eingeschlafen, sassen Piivi und Diixe zusammen und redeten miteinander. Sie einigten sich darauf, wenn sie das nächste Mal an einen guten Platz kommen, nach einem Baum zu suchen wo sie den Winter über wohnen könnten. Es war nun so kalt, das sie eine Unterkunft für den Winter haben mussten. In diesem Winter konnten sie ihre Wanderung nicht fortsetzen. Am nächsten Tag schauten sie mit anderen Augen als zuvor und suchten nach einem Zuhause für ihre grosse Familie.
 

In der Dämmerung kamen sie an eine Lichtung im Wald mit viel Moos und Bärlauch und da stand eine grosse alte Eiche die sehr einladend aussah. Sie gingen zur Eiche und hofften, das sie nicht von irgend einem anderen Naturwesen besetzt war. Sie gingen rund um die Eiche, alles wirkte ruhig. Danach krochen sie unter die Wurzeln. Sie waren leer, und nur für sie, um darin einzuziehen. Sie dachten sich morgen die nähere Umgebung etwas besser zu erforschen, aber sie fühlten, dass sie nun ihr neues gemeinsames Zuhause gefunden hatten. Jetzt assen sie von Ihrem Proviant plauderten und erzählten und so wie es zur Gewohnheit geworden ist schliefen sie zum Schluss dicht, ganz dicht aneinander ein.
 

Am nächsten Tag erwachte sie spät. Der Tag war bereits weit voran geschritten, als sie aus ihrem neuen Zuhause krochen. Auf der Lichtung vor Ihnen hatten sich alle Naturwesen der Umgebung zu einem grossen Treffen versammelt und alle redeten durcheinander. Die Knytt fragten sich was wohl der Grund sei warum alle aufeinander einreden aber keiner dem Anderen zuhörte. Naturwesen pflegen immer einen gewissen Respekt für andere Ansichten, Gedanken und neue Ideen zu haben. Sie standen zusammen vor der Eiche und verstanden nicht was hier diskutiert wurde. Da erblickte sie plötzlich der Grosstroll. Der Grosstroll schaute verwundert zu Ihnen und ein leichtes Lächeln um seinen Mund breitete sich über das ganze freundliche Gesicht aus.
„Liebe Freunde, ich glaube und hoffe wir können die Diskussion beenden“, sagte er laut und deutlich zu allen die zum Treffen gekommen waren.
„Ich bin fast sicher, dass die Lösung für unser Problem bereits mitten unter uns steht.“
Der Grosstroll sprach ohne den freundlichen und glücklichen Blick von den Knytt abzuwenden. Als die anderen ruhig waren schauten sie auf den Grosstroll und sahen, dass er etwas betrachtete. Als sie seinem Blick folgten da erblicken auch sie alle die Knytt, die sich vor der Eiche versammelt hatten. Es sah aus als ob sie nicht glauben könnten was sie dort sahen. Sie blieben alle stumm und schauten zu den Knytt hinüber.
 

Die Knytt wussten nicht richtig was sie tun sollten, eine solche Aufmerksamkeit kann recht unbehaglich sein für ein kleines Wesen wie ein Knytt es ist. Der Grosstroll verstand was die Knytt fühlten. Er sah sehr ergriffen und ein wenig gerührt aus.
„Liebe Knytt-Familie, ich hoffe, dass es so ist wie ich es annehme, ihr seid in die grosse Eiche eingezogen. Es gibt keine Knytt-Familie hier in der Umgebung und soweit ich weiss ist es noch nie vorgekommen, dass keine Knytt-Familie hier wohnte. Ihr Knytt seid so wichtig für uns, ihr, die die kleinsten sind, ihr seid die grössten unter uns Naturwesen. Ihr habt neue Ideen und schlagt neue Wege ein und ausserdem seid ihr es, die die Märchen und Legenden erzählen, die so wichtig sind für uns. Wenn ihr hier bei uns Einziehen wollt, so würden wir sehr glücklich sein.“
Der Grosstroll schwieg und schaute zu den Knytt, die sich ein wenig genierten durch all die freundlichen Worte die sie hörten. Aber alles was er sagte fühlte sich so warm und liebevoll an und er meinte auch was er für und über sie gesagt hatte. Diixe schaute zu seiner Familie, schaute in die Runde zu allen Naturwesen, die so erwartungsvoll aussahen und so traf er den Blich des Grosstrolls und antwortete :
„Von uns Knytt hat jeder sein eigenes Erlebnis und seine eigene Trauer, aber wie haben uns zusammengetan und machten eine lange strapaziöse Wanderung. Das hat uns zu einer grossen Familie zusammen geführt, die miteinander leben will. Gestern fanden wir was wir gesucht hatten, ein neues Zuhause an einem Platz der gut und sicher ist. Ja, wir wollen hier bleiben und uns zusammen mit euch eine Zukunft aufbauen.“
 

Es war ganz still.
 

Langsam breitete sich auf alle Gesichter ein Lächeln aus und der Grosstroll weinte Freudentränen, was die Anderen ansteckte vor Glück zu weinen. Auch die Knytt weinten vor Glück über ihr neues Zuhause an einem Ort wo sie erwartet wurden und willkommen waren.
 


 


Einige Trolling-Kinder sprangen auf und liefen zu den Knytt, umarmten sie und wollten ihnen sofort zeigen wer hier wer war, von all den Naturwesen, die hier versammelt waren. Die Knytt-Kinder waren sofort begeistert, Kicherten und sprangen zusammen mit den Trollingen umher. Es war herrlich, genau wie es sein sollte, wenn Kinder etwas ganz neues entdecken. Piivi und Diixe schauten einander an und lachten es war so wie es sein sollte, sicher und schön und es gab vieles zu entdecken. Diixe hob Mivi hoch.
Er und Piivi mischten sich jetzt auch unter die anderen Naturwesen.


Der Grosstroll ergriff wieder das Wort:
„Was wir diskutierten war die Frage wie wir Mittwinter feiern sollten. Aber jetzt, seit ihr hier seid, haben wir ja die Lösung. Es waren immer die Knytt gewesen, die die Feier für Mutter Erde mit Ihren Tänzen eröffnet haben. Wir glauben, die beste Art das Fest zu eröffnen ist es, wenn ihr es in diesem Jahr tut. Ausserdem wäre es kein richtiges Mittwinterfest, wenn nicht einige Knytt dabei wären, die Märchen und Legenden für uns erzählten. Nun glaube ich auch, dass wir ausserdem einige neue Geschichten über eure lange Wanderung hören werden. Auf diese Geschichten sind wir neugierig.“
Alle anderen Naturwesen stimmten zu. Alle waren genauso neugierig auf die neue Knytt-Familie.
„Aber, ihr konntet doch nicht so viel zu Essen, Bettzeug, Kleider oder sonstige Sachen mit gehabt haben“, fragte die Troll-Mutter, „das kann man doch nicht alles mitschleppen, wenn man so lange herumwandert wie ihr.“
„Nein,“ sagte Piivi, “das haben wir nicht. Alles ist doch im Sturm verschwunden. Die Hauptsache ist, dass wir einander haben und wir eine Familie geworden sind.“
„Da will ich euch eine schöne Bettdecke holen,“ sagte die Troll-Mutter, “und ich bin sicher, dass ich noch etwas Stoff habe, so das ihr Winterkleider für euch nähen könnt. Ich werde sofort gehen und ihn holen.“
„Wir haben einiges an Vorräten übrig, so dass wir teilen können. Wir gehen sie jetzt auch holen. Es ist doch klar, dass ihr für den Winter etwas zu Essen braucht. “ Mehrere Trollinge verschwanden zu sich nachhause. Andere Naturwesen verschwanden auch zu sich. Und bald kamen alle zurück mit Gaben für die Knytt-Familie. Ein Bett, Kissen, Bettdecken, Stoff, Fruchtmuss, Bären, ja sie wussten gar nicht mehr was sie alles bekamen an diesem Tag. Es war mehr als genug bei ihnen in der Eiche und es wurde warm und wohnlich in ihrem neuen Zuhause und voll gefüllt mit Essen und Vorräten.


Am Abend standen sie zusammen und betrachteten ihr neues Zuhause und sie konnten kaum glauben was sie da sahen. Jetzt hatten sie bekommen wovon sie geträumt hatten, ein neues sicheres Zuhause. Nach dem sie zusammen in ihr neues grosses, warmes Bett gekrochen waren, lag Piivi da und dachte nach. Natürlich vermisste sie ihre alte Familie, jetzt wo sie Zeit dazu fand nachzudenken. Auch wenn sie ihr Leben nichtmehr mit ihnen teilen konnte, so fühle es sich doch gut an hier mit den anderen Knytt zu liegen und sie so sehr lieben gelernt zu haben. Sie fühlte sich so zusammengeschweisst mit jedem von ihnen und wollte von jetzt an ihr Leben mit ihnen teilen, sie besser kennen lernen, sehen wie sie heranwachsen und mit ihnen neue Dinge entdecken. Doch, jetzt fühlte sie sich wohl.

Diixes Gedanken an diesem Abend waren ähnlich wie die von Piivi. Jetzt fühlte er sich geborgen, wieder zusammen mit einer grossen Knytt-Familie in einem warmen und wohnlichen Zuhause mit fürsorglichen Naturwesen, die in der Nähe wohnten. Er will dafür sorgen, dass die Kinder in einem so guten Umfeld aufwachsen wie möglich, so dass sie neugierig bleiben, neues entdecken, häufig Picknick machen, viele Feste feiern und herumwursteln wie nur Knytt es können.
 

Beim Mittwinterfest fühlten sich alle sehr gut. Es war Schnee gefallen und alles sah weiss und prächtig aus. Mutter Erde war mit einer weichen und weissen Decke zugedeckt. Sie begannen zu tanzen. Und als alle Naturwesen zu Ehren von Mutter Erde tanzten, da fühlten sie die Zusammengehörigkeit aller und wie schön es war zu leben. Sie assen sehr gut, setzten sie sich zusammen mit all den Anderen und hörte deren Lebensgeschichten, Märchen und Legenden. Auch sie selber erzählten ihre Lebensgeschichten, ihre Märchen und Legenden und alle Märchen und Legenden erzählten sie so wie es zu Mittwinter sein sollte. Es war genau so wie sie es bei ihrer einsamen Wanderung erträumt hatten, dass es sein solle. Wie schön, dass sie das erleben durften.
 


 

Es war ein Jahr vergangen, seit die Knytt unter der Eiche eingezogen waren, die jetzt die Knytt-Eiche genannt wurde. Es war bald wieder der Zeitpunkt für das Mittwinterfest.
 

Die Knytt-Kinder murksten lustloser herum als sonst. Sie kicherten und flüsterten wenn sie heraus kamen, es schien eine einzige Geheimniskrämerei zu sein. Es war so, dass alle Naturwesen neugierig wurden. Was beabsichtigten sie zu tun? Solche Heimlichkeiten machen andere immer neugierig. Jedes Mal wenn jemand fragte oder versuchte auszuhorchen was sie da flüstern, lief der kleine knytt flüsternd und kichernd davon. Er kicherte so vor sich hin oder lief zu anderen kleinen Knytt um mit ihnen zu kichern.
 

Alle anderen, die rundherum wohnten versuchten zu überspielen wie neugierig sie waren, aber sie beobachteten was bei der Knytt-Eiche vor sich ging. Hatten sie nicht vor einigen Tagen Piivi gesehen? Und Diixe hatte sich meist in der Eiche aufgehalten. Was für Geheimnisse hatten die eigentlich?
 

Als sich alle versammelt hatten um bald mit dem tanzen zu beginnen, warteten sie darauf das ein Knytt käme um den Tanz zu eröffnen. Doch dann kamen alle Knytt gemeinsam, doch was trug Piivi da auf dem Arm? Was konnte das nur sein?
 

Als die ganze Familie in der Mitte von allen stand zeigte Piivi was sie da hatte. Ein ganz neues Knytt-Baby, der erste kleine Knytt in der neuen Knytt-Familie war geboren.
 

Freude, Liebe und Stolz liess keiner von der ganzen Knytt-Familie vermissen, alle strahlten vor Liebe und Glück.
 


Ende
 

aus dem Schwedischen übersetzt von S. Günther

 

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Die Trolle - wie sie leben